Stillpositionen

Zum Stillen gibt es verschiedenen Positionen, die eingenommen werden können. Die beliebtesten sind wohl die Wiegehaltung (klassische Stillposition), die Footballhaltung (Kind wird unterm Arm geklemmt) und die Seitenlage (voreinander liegend).

StillpositionenEs ist wichtig, dass du und dein Baby unterschiedliche Stillpositionen nutzt, denn dadurch kann man einer wunden Brust und Körperhaltungsschäden vorbeugen.
Wichtig bei der gewählten Stillposition ist, dass sich Mutter und Kind wohlfühlen und es bequem länger in der Position aushalten. Beim Finden einer bequemen Stillposition, kann dir ein Stillkissen hilfreich sein.

Was kannst du gegen Probleme beim Stillen tun?

Wenn du stillst treten immer mal Probleme auf, gerade zu Beginn ist das ganz natürlich. Wenn es also soweit ist und du Stillprobleme hast zum Beispiel deine Brust zu viel oder zu wenig Milch bildet, oder sich deine Brust entzündet hast, erhältst du hier erste Hilfestellung.

Lösungen für StillproblemeWas kannst du machen, wenn deine Brüste zu wenig Milch produzieren?

Zu wenig Milch zeigt sich dadurch, dass das Baby nicht satt wird. Häufig zeigt sich dies, wenn dein Baby an der Brust quenglig und unzufrieden wird. Dies tritt besonders häufig auf, wenn sich dein Baby in einem Wachstumsschub befindet. Es braucht dann plötzlich deutlich mehr Milch und die Brust muss sich erst an die gestiegene Nachfrage anpassen. Du kannst dann versuchen deine Brüste zu einer größeren Milchproduktion anzuregen indem du dein Baby häufiger anlegst. Sollte dies nicht machbar sein oder nicht zum erwünschten Effekt führen, könnte es hilfreich sein die Produktion durch abpumpen der Milch zu erhöhen. Wenn auch das keinen Erfolg bringt, muss dein Baby zusätzlich Milchersatznahrung erhalten. Informationen zur richtigen Wahl der Milchersatznahrung stelle ich dir hier bereit.

Milchüberproduktion

Es kann auch zu einer Überproduktion von Milch kommen. In diesem Fall greife bitte nicht sofort zur Pumpe sondern beobachte deine Brüste, denn in den meisten Fällen passt sich die Brust schon nach kurzer Zeit der geringeren Nachfrage an.  Wenn dies nicht der Fall ist oder du starke Schmerzen bekommst, beginne deine Brust auszustreichen, aber immer nur so viel, dass der stärkste Druck abgebaut wird.  Wenn du mehr Milch ausstreichst oder sogar abpumpst kann es zum gegenteiligen Effekt führen und deine Brust glaubt,  dass die Milchnachfrage höher ist und sie bildet noch mehr Milch. Wenn der Druck nach einigen Tagen nicht nachlässt, wende dich bitte an deine Hebamme oder deinen Frauenarzt.

Milchstau

Wenn die Brust spannt und sich in der Brust harte, schmerzhafte Stellen bilden (außen häufig durch leichte Rötungen sichtbar), dann spricht man von einem Milchstau. Milch hat sich dann in einem Milchgang gestaut und kann nicht abfließen. Durch diese Stauung erhöht sich die Bakterienkonzentration. Der Körper reagiert mit Fieber, Schüttelfrost und der Produktion von weißen Blutkörperchen. Die Gefahr für einen Milchstau ist immer dann besonders hoch, wenn sich der Rhythmus der Stillmahlzeiten verändert hat zum Beispiel wenn das Baby plötzlich durchschläft und somit die nächtliche Mahlzeit überspringt. Weitere mögliche Ursachen für einen Milchstau können aber auch ein schlecht sitzender BH oder das Stillen in immer der gleichen Position sein.

Was kann man gegen einen Milchstau tun? Es muss dafür gesorgt werden, dass die Milch wieder abfließt. Wichtig ist also trotz Milchstau zu stillen. Am besten man legt das Baby so an, dass das Kinn des Babys in die Richtung zeigt, in der sich der Milchstau befindet. Wenn das Anlegen zu schmerzhaft ist kann man die Brust auch mit der Hand ausstreichen oder mit einer Milchpumpe abpumpen.

Zum kühlen der Brust helfen Quarkwickel oder gekühlte Weißkohlblätter. Ich habe mir bei den ersten Anzeichen immer ein kaltes Weisskohlblatt mit dem Nudelholz bearbeitet und dann nach dem stillen in den BH gelegt. Achte darauf, dass du die Brustwarzen dabei aussparst, sonst verweigert dein Baby nachher noch die Brust.

Wichtig auch hier, wenn sich nach einigen Tagen keine Besserung einstellt oder du zusätzlich noch Fieber bekommst, nimm bitte Kontakt mit deiner Hebamme oder/und deinem Frauenarzt auf, die können dir weiterhelfen.

Brustentzündung (Mastitis)

Ein weiteres Problem das recht häufig auftritt, sind entzündete oder eingerissene Brustwarzen. Entzündete  oder eingerissene Brustwarzen beugt man vor, indem man das Baby richtig anlegt. Wie man das macht, erfährt man durch eine Hebamme oder Stillberaterin. Wenn die Warze entzündet ist, sollte viel Luft an die Warze gelassen werden, auch sollte der letzte Rest Milch und Speichel des Babys darauf antrocknen. Wenn das keine Linderung bringt, so kann man auf eine Salbe zurückgreifen zum Beispiel von Lansinoh oder mit Multi Mam Kompressen behandeln. Die Pads von Multi Mam sind nicht gerade günstig, aber sie haben bei mir Wunder vollbracht. Ich habe die Pads durchgeschnitten und im Kühlschrank gelagert.
Wichtig, auch wenn du Schmerzen hast lege dein Baby gleichmäßig an beide Brüste an. Zur Unterstützung kannst du dir zusätzlich noch ein Stillhütchen besorgen. Wenn deine Beschwerden nach einigen Tagen nicht besser werden oder gar Fieber auftritt, besprich dich bitte mit deiner Hebamme und konsultiere deinen Arzt. Eine entzündete Brustwarze kann nämlich auch auf eine Pilzinfektion hindeuten und die müsste mit Antibiotika behandelt werden. Du willst ja schließlich dein Baby nicht anstecken.